1/10/2007

Dubai - 1.bis 7. Januar 2007


Chris und ich hatten uns dieses Mal entschieden auf dem Rückweg von Deutschland nach Hong Kong einen verlängerten Stopover in Dubai einzulegen. Wir hatten ja schon viele Reiseberichte über Dubai gelesen und waren immer wieder begeistert von den Berichten über die derzeit dort durchgeführt Bauprojekte. Also haben wir ein Hotel so mittig zwischen Strand und Stadt gebucht und damit einen ganz guten Griff getan.

Wir sind in der Nacht von 1. auf den 2. Januar gelandet und waren als erstes Mal sehr begeistert von der ausgesprochenen Freundlichkeit der Menschen dort. Der Taxifahrer war gut drauf, machte keine Anstalten uns zu betuppen und brachte uns mit einer netten Unterhaltung in unser Hotel. Dort wurden wir direkt mit Namen begrüsst. Wow, wir waren beeindruckt!

Geweckt wurden wir dann am nächsten Morgen vom Gebetsruf um kurz vor 6 Uhr. Dieser hallt 3 Mal täglich durch die Stadt und entgeht wohl niemandem. Es sind Lautsprecher auf jeder Moschee und in jeder Moschee wird ein anderes Gebet gerufen. Dieses Gemurmel klang beim ersten hinhören ganz schön gruselig, aber dann haben wir uns schnell daran gewöhnt und konnten so immer gut einschätzen wie spät es ist.

Später haben wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Wir wollten einen der Souqs ansehen. Souq ist die arabische Bezeichnung für Markt. Mir fiel direkt ins Auge, dass es dort nur Männer gab. Ich war immer die einzige Frau, es sei denn es waren noch andere Touristen da. Irgendwie fühlt Frau sich dann doch komisch. Die arabischen Frauen, so musste ich lernen, verbringen Ihren Tag eher zu Hause im Kreise ihrer weiblichen Familienmitgleider. Nach kurzer Zeit hatte ich mich auch daran gewöhnt angestarrt zu werden und dann begonnen die Stadt mir Ihren Klängen und Düften zu geniessen. Ach ja, wusstet Ihr dass es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Frauen auf der Strasse und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Toiletten gibt?? Nein! Solltet Ihr aber berücksichtigen, wenn Ihr mal nach Dubai kommt. Man sollte sich ca. eine halbe Stunde bevor man wirklich muss schon mal nach einer Toilette erkundigen.

Auf den Souqs wimmelte es von Lädchen mit Gewürzen, Tee, Stoffen, Gold und Teppichen.










Wie immer mussten wir - in diesem Fall nur Chris, weil ich ja schwanger bin - alles ausprobieren. So wurden wir Zeuge des Konsums einer traditionellen Shisha und Chris hat den dickflüssigsten Kaffee getrunken, den ich je gedehen habe. Die Konsistenz war vergleichbar mit der einer Tomatencremesuppe.

Am zweiten Tag haben wir dann eine Stadtrundfahrt mitgemacht. Eine hop-on and hop-off Bustour. Wir konnten uns also frei einteilen an welchen Sehenswürdigkeiten wir länger blieben und an welchen wir nur mal kurz einen Schnappschuss aus dem Fenster machen. Mit Abstand am meisten haben uns diese künstlich durch Landgewinnung angelegten Inseln "Palm Deira und World Island" fasziniert.

Bekannt ist ja auch das Burj Al Arab. Dort sind wir aber nicht hinauf gefahren, sondern haben es uns nur von aussen angesehen. Auch das war schon wirklich beeindruckend. Das Gebäude steht auf einer Miniinsel ca. 100m vom Strand entfernt im Meer.

Dann wollten wir noch zum Kamelrennen, aber das ist ausgefallen, weil es für die Kamele bei 20 Grad zu kalt war????

So sind wir dann wie jeden Abend eigentlich super lecker essen gewesen und haben versucht die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Dubai ist einfach beeindruckend. Dort ist das höchste Gebäude der Welt geplant und sie haben auch schon begonnen zu bauen. Es soll bei Fertigstellung über 800m gross sein.

Dort werden Shoppingmalls aus dem Boden gestampft, dass man selbst zu staunen anfängt, wenn man Shanghai gewöhnt ist. Es ist in Dubai alles nur etwas südländischer. Die Leute sind nicht so hektisch und es ist auch nicht so laut wie in Shanghai oder Hong Kong.

Zu guter letzt haben wir noch einen Netten Tag am Swimmingpool gemacht und uns auf einem Souq eine Shisha als Andenken gekauft. Alles in allem ist Dubai in jedem Fall eine Reise wert und wir haben schon gesagt, dass wir mit Sicherheit den Stop auf dem Heimweg nicht zum letzten Mal gemacht haben.



Vorweihnachtszeit - 4. Dezember 2006

Hong Kong in der Vorweihnachtszeit ist schon eine Herausforderung für jemanden der den deutschen Vorweihnachtsrummel mag. Es werden zwar in jeder Shopping Mall Weihnachtslieder gespielt und dies jeden Tag von morgens bis abends, auch wird hier sehr umfangreich geschmückt, doch es fehlen die Details!

Beispielsweise erscheint uns hier die Wahl einer Palme als Weihnachtsbaum unpassend, da wir ja die gute alte Nordmanntanne gewöhnt sind. Die Romantik fehlt ein wenig bei diesem Anblick.

Doch man gibt sich hier alle Mühe die Europäischen Weihnachten zu kopieren. Getreu nach der Devise " Ham wa keine Tanne, dann basteln wir uns eine" und diese kombiniert mit dem Drang bei allem immer "Grösser, bunter, kitschiger" zu sein, konnten wir eine riesige "Tanne" hinter unserer Wohnanlage finden. Mit riesig meine ich so ca. 40m hoch!! Ein grüner Kegel aus Kunstrasenmatten, üppig geschmückt mit riesigen Kugeln in gelb, rot und orange - dazu dezente Blinklichter und ein überdimensionaler goldener Engel auf der fast schon nicht mehr sichtbaren "Tannenspitze". FROHE WEIHNACHTEN!!

Trotz dieser klaren Booten wollte bei uns einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Der Wunsch nach Deutschland zu reisen und einen richtigen Weihnachtsmarkt zu besuchen setzte sich nach und nach immer mehr in unseren Köpfen fest.

Wir haben festgestellt, dass zu einer richtigen Vorweihnachtszeit etwas Kälte gehört. Bei 30 Grad ist einem eher nach Eis als nach einem Tee und einer Wolldecke. Curry ist eindeutig kein Weihnachtliches Gewürz, da muss schon Zimt her!

Doch wir sind hier ja nicht die einzigen Deutschen, denen das heimatliche Weihnachten fehlt. So hat meine GSLG (German Speeking Ladies Group) kurzerhand einen Besuch bei dem Schockimeyer organisiert. Dies ist eine kleine Schokoladenfabrik in Hong Kong und diese wurde vor 12 Jahren von einem Schweizer gegründet und seither beliefert er die ganzen Hotels mit seinen kleinen Köstlichkeiten.


So kam es, dass zumindest ich am 30. November noch etwas in Weihnachtsstimmung kam. Früh morgens trafen wir uns mit ca. 20 Frauen und machten uns auf den Weg zu Schokoladenfabrik. Draussen waren es noch immer satte 28 Grad, doch drinnen war alles durch die Klimaanlagen runtergekühlt. Als erstes schlug uns eine wunderbare Duftwolke von feiner Schokolade ins Gesicht, dann wurden wir vom Schockimeyer selbst duch die Fabrik geführt. Das war toll! Wir durften etliche Schokoexemplare probieren und waren im Nu um einige Schokokennnisse erschwert. :o)

So habe ich endlich erfahren, warum in China die Schokolade und sogar die Nutella nicht so gut schmeckt wie in Deutschland. Die kopieren nicht schlecht - wie ich anfangs dachte - sondern sie müssen der Schockolade ein Mittelchen zufügen, welches den Schmelzpunkt von normalerweise um die 26 Grad auf über 30 Grad erhöht. Das hat natürlich den riesigen Vorteil, dass die Schokolade nicht schon in der Verpackung davon läuft aber es hat halt auch den Nachteil, dass sie nicht auf der Zunge zergeht. Schockimeyer nimmt dieses Mittel nicht und sorgt anstelle dessen für eine geschlossene Kühlkette bis zum Endverbraucher - und das schmeckt man!!

Es war wunderbar, danach gab es auch noch die Möglichkeit Schokolade und Pralinen zu kaufen. Davon habe ich dann erstmal Gebrauch gemacht und auf dem Heimweg mangels geschlossener Kühlkette schnell gegessen.