
Schon im letzten Jahr haben wir uns gedacht, dass wir noch einen vorerst letzten kinderlosen Urlaub machen möchten. Da fiel unsere Wahl auf die Philippinen. Es sollte ja nicht all zu weit von Hong Kong entfernt sein und im 7. Monat schwanger wollte ich auch nicht all zu fern von medizinischer Versorgung sein. 2,5 Flugstunden ist ja nicht weit und so fiel uns Cebu bzw. Mactan Island - eine Insel vor Cebu- ins Auge. Wir hatten den Plan uns dort hauptsächlich zu erholen und hatten daher das Maribago Beach Resort gebucht - eine sehr schöne Ferienanlage.



Wir hatten Übernachtung mit Frühstück gebucht um mit dem Mittag- und Abendessen flexibel zu sein. Als wir schliesslich in der Anlage ankamen wurden wir sehr freundlich mit einem Cocktail begrüsst. Wir konnten direkt auf unser Zimmer und haben dann erstmal ausgepackt, da es gerade kurz regnete. Regen hört sich natürlich frustrierend an, gerade wenn man in einer Ferienanlage ankommt, aber bei 34 Grad relativiert sich das. Es hat eigentlich alle 2-3 Tage immer mal wieder einen Schauer gegeben aber da die Luft so warm war, konnte man den Shower eher als nette Alternative zum Swimmingpool sehen.
Nach dem Auspacken hatte es schon aufgehört zu regnen und wir haben uns erstmal die Anlage angesehen. Nicht schlecht!!! 3 wirklich toll angelegte Pools, 4 Restaurants, Spa und Fitnessstudio. OK, einen Nachteil gab es dann doch. Am Strand hat es gestunken wie Hulle! Wir hatten keine Ahnung woher das kam, aber das war so ein fieser Geruch - schwefelartig, wie Stinkbomben - der in Schwaden immer wieder auftauchte. Wenn wir dem Gestank eine Farbe hätten geben müssen, dann wäre der so zwischen gelb-grün und lila gewesen.
Also haben wir uns mehr am Pool aufgehalten als am Strand und waren so das Problem los. Am ersten Abend sind wir dann in einem der Restaurants Seafood essen gegangen. Das war so richtig schön mit Aussuchen am Aquarium und hüpfenden Gambas! Schade war nur, dass ich ja keine ganzen Fische mag und Muscheln soll man ja wegen der Schwermetallbelastung in der Schwangerschaft nicht essen - so schrumpfte die Auswahl für mich auf 2 Gerichte zusammen. Gambas und Eis. Es gibt schlimmeres...
Am nächsten Morgen sind wir dann mit einem schönen Frühstücksbuffet in den Tag gestartet. Unsere Tage liefen eigentlich immer sehr ähnlich ab. Aufstehen gegen 9 Uhr, dann eine gute Stunde fühstücken, danach zum Pool. Gegen 14 Uhr mittag essen und dann zum Pool. Am Pool haben Chris und ich dann gelesen - Chris seine FAZ-Ausschnitte und ich meinen Krimi. Zwischendurch haben wir dann einen kleinen Gameboywettkampf veranstaltet und Fotos gemacht. Ums auf den Punkt zu bringen... wir waren faul und haben gegessen.
Obwohl ich vorsichtig mit dem Essen war hatte ich mir nach 3 Tagen dann doch eine Lebensmittelvergiftung eingefangen. Es ging abends los und bescherte mir eine Nacht, die ich leider auf der Badezimmermatte verbringen musste. Sorgen um die Kleine hatte ich ein Glück nicht, da ich ja einen Monat zuvor in Deutsschland das gleiche Spielchen mitgemacht hatte. Ausserdem hat die Kleine mich immer brav getreten und daher war das alles dann auch nicht so schlimm.
Blöd war allerdings, dass wir keinen Supermarkt in der Nähe hatten bei dem man mal was essbares hätte kaufen können. Unsere Anlage wurde von Wachposten bewacht und wenn man raus ging, dann wusste man auch warum. Die Leute die in den umliegenden Baracken wohnen sind sehr arm und es kommt wohl auch nicht selten vor, dass Touristen entführt werden. Das wussten wir vorher natürlich nicht. Neben unserem Hotel waren noch andere Hotels dort, aber wir haben uns trotzdem sehr unsicher gefühlt, als wir auf die Strasse gingen.
Ein Ausflug nach Cebu City hat diesen Eindruck auch nur verstärken können. In Cebu gibt es keine kulturellen Highlights und schön anzusehen ist die Stadt auch nicht. Unser Ausflug war dann nach 3 Stunde beendet und wir waren froh wieder in unserer Anlage und am Pool zu sein. Same procedure as every day....


OK, mein Buch von knapp 600 Seiten war dann nach weniger als der Hälfte des Urlaubes ausgelesen. Ich hatte keine Ahnung was ich noch essen sollte, da mir die Lebensmittelvergiftung das Vertrauen in die Hotelküche genommen hatte und mir war langweilig weil wir einfach nichts machen konnten. Tauchen darf man als Schwangere leider nicht, Wasserski ist auch zu riskant und lange wollte ich meinen Bauch auch nicht in die Sonne strecken, da ich die Kleine nicht kochen wollte. Kurzum ich wollte gern nach Hause. Chris, der mit seinen FAZ-Fetzen auch am Ende war und meinen Bauch von jeder Seite mit der Kamera aufgenommen hatte war dann auch bereit 3 Tage früher zu fliegen. Also sind wir zur Rezeption und haben die Damen gebeten unseren Flug zu verlegen. Die wollten dann natürlich wissen, warum wir den Urlaub früher beenden wollten und daher wurde uns dann der Hotelmanager aufs Zimmer geschickt. Dem haben wir dann meine Situation mit der Schwangerschaft, der Lebensmittelvergiftung und dem Essen erläutert und ihm 1000 Mal versichert, dass alle Angestellten super nett sind und das Zimmer toll ist usw...
Es stellte sich schliesslich heraus, dass wir nicht die einzigen waren, die Probleme mit dem Essen hatten... dadurch fühlte der Hotelmanager sich dann angespornt uns den Rest unseres Urlaubes so angenehm wie irgend möglich zu gestalten. Die Flüge waren nicht umbuchbar, so dass wir bis zum "bitteren" Ende bleiben mussten.
Wir haben dabei aber festgestellt, dass so ein Hotelmanager doch Einfluss auch den Verlauf eines Urlaubes haben kann. Er hat dafür gesorgt, dass ich bei jedem Essen frische Früchte bekommen habe und Bananen für Zwischendurch. Für den Rest des Urlaubes konnte ich beim Buffet aussuchen was ich wollte und uns wurde für mein Essen nichts in Rechnung gestellt.
Ein Ober war sogar so besorgt, wenn ich mal weniger gegessen hatte als für sein Verständnis notwendig, dann hat er mir irgendwas vom Buffet geholt was ich als Schwangere essen müsste. Er selbst hat auch eine schwangere Frau zu Hause und bereits 4 Kinder. Er wusste also genau was gut war und hat sich so richtig herrlich gekümmert.
Um genau zu sein, waren alle super nett und haben sich um uns gekümmert als wären wir die einzigen Gäste. Das war dann teilweise schon unangenehm, weil wir ja vorher auch schon mit dem Service zufrieden waren. Wir wollten gar keine Sonderbehandlung! Nett waren die ja eh schon. Immer wenn man an irgendwem vorbei ging wurde man freundlich begrüsst und angelächelt und das wirkte nie aufgesetzt. Die Philippinos sind wirklich ein sehr schönes und gastfreundliches Volk!
An einigen Abenden gab es dann auch etwas Abwechslung in unserer Anlage. Eine Musikgruppe hat Ständchen an jedem Tisch gebracht und man konnte sich Lieder wünschen, dann wurden traditionelle Tänze aufgeführt und akrobatische Kunststückchen gezeigt.

Die letzten Tage haben wir dann auch sehr gut verbracht. Wir haben uns zwei andere Top-Hotels angesehen und dort gegessen. Dann sind wir dazu übergegangen Wasserschlachten zu veranstalten und haben ein wenig über die anderen Hotelbewohner philosophiert. Alles in allem war der Urlaub doch richtig schön und wir hatten mal wieder Zeit füreinander und haben viel gelacht und uns unsere Zukunft mit der Kleinen vorgestellt. Wir sind nämlich jetzt auch sehr froh, dass es der vorerst letzte Urlaub ohne Kind war.

