8/06/2006

Sai Kung - 5. August 2006

An diesem Wochenende waren Chris und ich wieder in Ausflugslaune. So haben wir uns kurzerhand entschieden nach Sai Kung zu fahren. Mit Minibussen und der MTR dauert der Transport von unserer Wohnung bis zum Fischerdorf Sai Kung ca. eine Stunde.

Sai Kung liegt nord-östlich von uns am Süd-Chinesischen-Meer und ist für seine Nähe zur Grossstadt Hong Kong sehr ländlich und gemütlich. Als wir mit dem Minibus Sai Kung Town erreicht haben wimmelt es schon wieder von Leuten. 99% Chinesen - kaum Langnasen - und alle in Wochenendstimmung. Die Kinder sind wieder bunt angezogen, die Eltern lassen sich zu albernem Verhalten hinreissen, das man in den Businessstadtteilen Hong Kongs nie beobachten könnte und es gibt viel zu Essen. Jede Menge chinesische Snacks, aber auch Softeis - ein Mr. Softie Auto - und einiges an Kimmelzeugs ist hier zu sehen.

Sai Kung ist nach wie vor unverkennbar ein Fischerdorf. Entlang der Hafenmauer drängen sich unzählige Fischerboote von denen aus direkt der letzte Fang verkauft wird. Die unterschiedlichen Fischsorten - es gibt Muscheln, Krabben, Garnelen, Cuttlefish, Octopus, Hummer und vieles mehr - werden lebendig in Tüten gesteckt, dann in einem langen Kescher die Kaimauer hochgereicht. Das entsprechende Geld legt der Käufer dann in den Kescher und ab gehts zum Kochtopf!

Wir haben uns erstmal das emsige Treiben angeschaut und sind dann losgezogen um das beschauliche Dörfchen zu erkunden.

Alles dreht sich um das Meer und den Fischfang, dennoch konnten wir einen alten Chinesen beim Handwerk beobachten. Er hat in mühsamer feinarbeit einen Eimer beschlagen.

Bilder aus Sai Kung:

Am frühen Nachmittag haben wir uns dann entschlossen noch eine Bootstour mit einer Junke zu machen. Wir haben uns für eine Rundfahrt entschieden. Yim Tin Tsai und Kiu Tsui Chau! Fähren gab es für eine individuelle Tour natürlich nicht, so haben wir an der Kaimauer, wo auch die Fische verkauft wurden mal geschaut ob dort Bötchen mit Kapitän angeboten wurden. Wie immer gibt es in China nix wat et nich gibt und die mittsiebziger Damen mit Strohhüten waren wohl für einen solchen Service zuständig. Eine der ältesten Omis gefiel uns am besten. Sie war nicht so aufdringlich aber dafür um so runzeliger. Preislich waren alle ok und somit gaben wir Ihr dann den Auftrag. Sie deutete uns an die Kaimauerstufen runterzugehen und dort würde dann die Junke ankommen. Die ganze Zeit hielten wir ausschau nach einem Boot mit dem sie irgendwie in Verbindung stand, dem sie quasi ein Zeichen gab, dass es uns abholen sollte aber nix. Doch dann haben wir mal kräftig gestaunt. Die locker 70 jährige Omi klettert in Sandälchen die Leiter - nicht die Treppe wie wir - an der Kaimauer runter und klemmt sich behende hinters Steuer der Junke. Der Motor ist an und sie steuert auf uns zu indem sie absichtlich oder auch nicht der ein oder anderen Junke die Vorfahrt nimmt.

Während der Tour gab es eigentlich nur verlassene Inselchen zu sehen und etliche Asiaten, die sich im Wasserskifahren versuchten. Yim Tin Tsai ist ein ausgestorbenes sehr grünes Städtchen und wird heute von Brautpaaren für Hochzeitsfotos genutzt. Leider gibt es auf dieser Insel wieder diese Riesenspinnen. Handtellergrosse Körper haben die Spinnen und sie sind giftgrün. Lange Zeit habe ich es in Gegenwart der Riesenspinnen aber nicht ausgehalten - weiss nicht ob die springen können - daher gibt es evtl. später wenn ich abgehärtet bin ein Bild von einer solchen Riesenspinne.

Unser Kapitän hat vor der Insel mit der Junke auf uns gewartet und konnte es nicht lassen, während wir weg waren mal kurz in unsere Tüte mit Utensilien fürs Aquarium zu gucken. Is ja immer wieder interessant, was Langnasen so mit sich rumschleppen.

Kurz vorm Hafen nahm dann die Omi während sie die Junke steuerte auch noch ein Handy ans Ohr um kurz anzukündigen, dass sie gleich wieder da sei. Unglaublich!

Nachdem wir nun den ganzen Tag schon Fisch gerochen und gesehen hatten, wollten wir ihn nun auch schmecken - und so funktioniert das hier:

  1. lebendig aussuchen
  2. dann die geniale Speisekarte mit einem Ablaufdiagramm welches zeigt, was alles aus dem guten Tier werden kann zur Hand
  3. Zubereitungsart wählen
  4. schlemmen.

8/02/2006

10.000 Buddha Tempel - 1. August 2006



Ein netter Tag in Hong Kong!

Heike und ich sind gestern mit der KCR nach Sha Tin gefahren und haben uns den 10.000 Buddha Tempel angesehen. Bei wieder einmal 36 °C und über 80% Luftfeuchtigkeit haben wir uns entlang den Buddhas die Stufen zum Tempel hochgeschlagen. Doch es hat sich gelohnt. Sorry Melanie!

Es waren wirklich viele Buddhas und jeder sah anders aus. Die Buddhas hatten unterschiedliche Gesichtsausdücke, waren mit langen Beinen, Armen oder Augenbrauen versehen, trugen Werkzeuge, Blumen oder Schmuck und säumten das ganze Gebiet um den Tempel. Die Geschichte Buddhas war in einer Deckenmalerei dargestellt und Buddha wurde sowohl als Mann als auch als Frau abgebildet. Im Tempel selber waren unzählige Urnen in Buddhaform. Es ist sehr teuer seine Angehörigen in einem Tempel wie diesem zu bestatten. Nur die "high society" steht hier herum.

Eine anderer, netter aber wieder super kommerzieller Brauch ist, sich die Erfüllung von Wünschen zu kaufen. Auf den Wunschwalzen (links) sind unzählige Fensterchen und in jedem Fensterchen, das einen Wunsch aufgeschrieben hat brennt ein Licht. Leider konnte ich die Wünsche nicht lesen, da sie in chinesischen Schriftzeichen aufgedruckt waren. Es war jedoch interessant zu sehen, dass wirklich jedes Lichtlein brannte. Es hat also jeder für seinen Wunsch bezahlt.

Aquarium - 10. Juli 2006


Wir sind zu Aquarianern geworden. Wer hätte das gedacht? Das Bedürfnis einen Raum zu unterteilen gekoppelt mit dem Verlangen ein Tier haben zu wollen hat dazu geführt, dass wir uns ein Aquarium angeschafft haben. Der derzeitige Fischbestand scheint resistent gegen Anfängerfehler und ist bunt gemischt fürs Auge. Ahnung haben wir eigentlich noch nicht so richtig, aber die Händler auf der Strasse können meist Auskunft zu den kleineren Problemchen geben.

In Mong Kok gibt es eine prima Fischstrasse. Die Strasse heisst Tung Choi Road und sie ist bunt bestückt mit allem rund ums Aquarium. Die Fische werden dort in Tüten abgepackt auf Wühltischen verkauft. Die grösseren Händler hängen die Tüten an Wände. Gleich den Fischen wird mit den Pflanzen verfahren. Da dort nicht so viele Langnasen sind, kennen die Chris und mich schon und einer der Verkäufer kennt die Fischkombination in unserem Auarium schon auswendig und berät uns welche weiteren Fische wir kombinieren können.

Unsere Fische sind schon konditioniert. Sobald wir morgens das Licht anstellen schwimmen sie nach oben, weil sie wissen, dass es gleich Futter gibt. Wenn man am Aquarium vorbei läuft wird man ebenfalls verfolgt. Zur Zeit versuchen wir noch rauszufinden wie man Männchen und Weibchen bei den unterschiedlichen Fischarten unterscheiden kann. Unser Fischhändler hat versprochen das bis zum nächsten Mal rauszufinden.

Kira - 21. Juli 2006

Es spielt sich ja nicht alles nur in Hong Kong ab, sondern auch in good old Germany bleibt die Zeit nicht stehen. So haben wir in Lippcity einen neuen kleinen Mitbewohner.
Nachdem Unke leider mitte Mai gestorben ist und eine klaffende Lücke hinterlassen hat konnten wir nicht umhin diese durch einen neuen Vierbeiner zu schliessen. Das ist Kira, eine kleine Münsterländerdame, die nun meine Ellis auf Trab hält. Sie nimmt Fussleisten ab, klaut Besen und Schuhe, bellt Chrommülleimer an in denen sie ihr Spiegelbild sieht und erschreckt sich vor unseren Goldfischen! Am 15. Augut sehe ich sie dann endlich life in Aktion. FREU!

Lantau

Lantau ist interessant. Es ist eine grosse, hügelige, saftig bewachsene Insel mit Stränden. Einige unserer Freunde wohnen auf Lantau. Der Ort an dem die meisten Expats auf Lantau leben heisst Discovery Bay - von den Bewohnern und Fährbetreibern auch liebevoll Dbay genannt.

Das besondere an der Wohngegend ist, dass man sich wie im Urlaub fühlt. Wenn man Glück hat, kann man von dort aus sogar noch auf Hong Kong sehen und die Skyline und die allabendliche Lasershow bewundern. Was hat uns denn nun abgehalten dorthin zu ziehen werdet Ihr Euch fragen, wenn es sich doch so wunderschön anhört.

Zunächst wäre Chris' Weg zur Arbeit immer länger als eine Stunde gewesen und wir hätten zudem wahrscheinlich abends nie mehr Lust gehabt mal raus zu gehen. Die besten Lokationen um abends mal zu feiern sind auf Hong Kong oder Kowloon. Mit einer Wohnung auf Lantau hätten wir uns davon ziemlich abgeschnitten. Ausserdem ist Dbay so eine etwas surreale Welt. Es fahren nur Golfwägelchen und Minibusse. Das ist natürlich ideal für Kinder! Wenn wir mal Kinder haben und noch immer in Hong Kong sind, dann ziehen wir hoffentlich auch nach Dbay.

Zudem soll Lantau auch wunderschöne Wanderwege zu bieten haben, die ich aber leider noch nicht mit antesten konnte - Gruss an Heike und Susanne - da ich auf eine Möbellieferung warten musste.

Einen kulturellen Ausflug habe ich jedoch auch schon nach Lantau gemacht. Wir haben uns die riesige Buddha Statue angesehen. Zumindest das, was davon sichtbar war. Unsere erste Besucherin Melanie, Chris und ich haben diesen Ausflug in einer "Tag und Nebel Aktion" gewagt und der Buddha sah wie folgt aus:





















Riesen Dank an Melanie für die gute Laune trotz des schlechten Wetters!

Cantonesiche Oper - 8. Juli 2006

Da habe ich meinem Schatz zum Geburtstag mal etwas richtig Gutes tun wollen und vor allem auch mal etwas Kultur! Der Schuss ist mal kräftig nach hinten losgegangen.

Was haben wir gelernt?

  1. Wenn wir in die Oper gehen, dann zeihen wir uns nicht schick an sondern ziehen die gemütlichsten Sachen an, die wir haben. Schlafanzug ist OK.
  2. Wenn wir in die Oper gehen, dann buchen wir 2 Sitze pro Person, weil eine durchschnittliche europäische Oberschenkel-Beinlänge keinen Platz auf einer Sitzfläche hat.
  3. Wenn wir in die Oper gehen, bringen wir uns mindestens ein streng riechendes warmes Gericht mit, das wir noch vor Beginn der Oper teilweise essen um die Reste während dem Rest der Zeit in den Händen zu halten.
  4. Wenn wir in die Oper gehen, nehmen wir schlechte Pätze hinten am Gang, damit wir beim nächsten Mal schon vor der Pause gehen können.
  5. Wenn wir in die Oper gehen, dann nur noch um unseren Gästen zu zeigen wie weh hohe Töne in den Ohren tun können.

Lamma

Lamma ist eine nette Insel ca. 40 Minuten Fährenfahrt von HKG entfernt. Lamma gilt hier so als die Aussteigerinsel. Dort leben zum Teil relativ abgefahrene Peronen. "Nick the bookman" ist ein solches Exemplar. Er ist Australier und lebt seit 18 Jahren auf der Insel. Nach seinem äusseren Erscheinungsbild zu urteilen hat ers nicht so mit waschen und hygiene im Allgemeinen. Wie sein Name schon sagt verkauft er Bücher, die kein Mensch braucht. Es handelt sich um second hand Bücher und er sammelt diese in ganz HKG um sie dann in Lamma zu restaurieren und zu verticken. Angeblich ist er auch im Internet. Passt aber mal so gar nicht ins Bild. Egal, er ist nicht der einzige der auf Lamma wohnt.

Im allgemeinen kann ich behaupten, dass die Leute auf Lamma einfach etwas glücklicher sind als andere. Die sind dem Stress der Welt entronnen und leben in ihrer kleinen wilden Welt. Chris und ich fahren am Wochenende gern mal nach Lamma um uns dort am Strand zu entspannen oder Seafood essen zu gehen. Lamma hat mehrere Strände und zwei unterschiedliche Fähranleger. An beiden Fähranlegern gibt es unzählige Seafoodrestaurants wo es richtig gutes Essen zu kleinen Preisen gibt. Man kann sich die Exemplare lebendig aussuchen und daher ganz sicher sein, dass das Essen auch frisch ist.

In diesen Seafoodrestaurants gibt es rankings bzgl. der besten Kunden. Von den jeweils besten Kunden hängen dann dort Visitenkarten. Das ist schon interessant zu sehen, wer mit dem Firmenboot oder Privatboot auf Lamma schon zum Seafood essen war!

Sonst ist Lamma ein Hundeparadies, weil man die Hunde nicht an die Leine nehmen muss. Also werde ich in nächster Zeit mit den Hundis wohl auch mal einen Ausflug nach Lamma machen. Erst muss ich aber klären wie Hunde auf der Fähre transportiert werden dürfen.

Lamma ist in jedem Fall einen Ausflug wert. Da die Preise für den öffentlichen Nahverkehr hier genau wie in SHA sehr günstig sind, kann man auch mal häufiger für 2 Euro umgerechnet nach Lamma fahren.

9 bis 13 Uhr PCCW - 6. Juli 2006

PCCW ist der lokale Anbieter für Telefon, Internet und TV. Der einzige. Irgendwie sind wir also auf diese Firma angewiesen. Was wir bestellt haben ist Internet und TV wireless und Telefon.

OK, mein Fehler: Ich habe den netten Herren von PCCW angegeben, dass sie bitte bevor sie in der Zeitspanne von 9 bis 13 Uhr vorbeikommen bei mir auf dem Handy anrufen, damit ich auch in der Wohnung bin. Ich hatte aber noch keinen Hong Kong-Adapter, so dass ich mein Handy nicht aufladen konnte. Also Handy leer, Sandra ab 9 Uhr in der Wohnung.

So gegen 11 Uhr bin ich dann nervös geworden und habe mich gefragt ob die überhaupt kommen, wenn die mich vorher auf dem Telefon nicht erreichen. Also bin ich runter zur Empfangsdame und habe von dort aus angerufen um PCCW mitzuteilen, dass mein Handy nicht funktioniert und sie bitte so vorbeikommen sollen. Das wollten sie mir aber gern telefonisch bestätigen, wenn sie mit dem Worker gesprochen haben. Mh nicht ganz so leicht, wenn man in einer Wohnung sitzt und auf den Telefonanschluss wartet und das Handy saftlos ist.

Dann hat die Empfangsdame ihre Nummer angegeben und 2 Min später kam der Anruf, dass der worker um 12 Uhr hier sein wird. Alles so weit so gut. Dann klingelte es auch tatsächlich an der Tür und 3 worker kamen rein, steckten ein merkwürdig aussehendes Teil in die Telefonbuchse und verliessen die Wohnung mit den Worten, sie würden nun die Telefonleitung testen. Als sie nach 35 Minuten noch nicht wieder da waren machte sich bei mir der Verdacht breit, dass die evtl. gar nicht die Telefonleitung testen sondern in die Mittagspause gegangen sind.

Nach sage und schreibe 1 Stunde und 40 Minuten kamen sie vom Testen der Telefonleitung zurück. Ich glaube ich brauche hier nicht grossartig zu beschreiben, wie meine Laune zu diesem Zeitpunkt war. Das Fernsehen haben sie dann schnell und problemlos angeschlossen. Das Telefon wurde dann freigeschaltet und dann haben sie mir die Leitung für den "wireless" Internetzugang gelegt. Als ich dann mal so Null gereizt gefragt habe wofür denn die Leitung sei, da wireless ja wohl ohne Leitung heisst, haben die mir erklären wollen, dass dies eine andere Art von wireless sei und das es bei diesem wireless halt eine Verbindung zwischen Computer und Telefonbuchse geben würde.

OK, dann habe ich mit den Jungs zusammen bei der Hotline angerufen, da deren Englisch nicht reichte um zu verstehen dass das Wort wireless schon impliziert, dass es kein Kabel gibt. AUs die Frage von dem Hotlinemitarbeiter ob ich sonst mit dem Service zufrieden sei konnte ich mir nicht verkneifen, dass mich ein Telefonleitungstest von 1 Stunde und 40 Minuten schon ganz schön wundern würde.

Bei der Hotline haben die dann aufklären können, dass die Jungs die falschen Geräte mitgebracht haben. Also haben die Jungs gegen 15 Uhr unverrichteter Dinge alles wieder eingepackt und sind verduftet um 2 Tage später in 15 Minuten alles wireless zu installieren.

Wo ist der Unterschied zwischen HKG und SHA? Also bei Handwerkern merkt man den Unterschied definitiv nicht ob man in HKG oder SHA ist. Ich werde weiter suchen.

HKDR - 30. Juni 2006

Nachdem unsere Luftfracht angekommen ist und ich unendlich viel administrativen Kram erledigt habe, musste ich nun endlich mal etwas nützliches tun. So habe ich über openbc die Victoria angemailt, eine Spanierin, die bei Hong Kong Dog Rescue arbeitet. Wollte nur mal wissen um was für eine Organisation es sich handelt, was die genau machen und ob die ggf. noch eine Helferin brauchen.

Rubbel die Katz oder an dieser Stelle besser den Hund... war ich am gleichen Tag noch verabredet um mit den Hunden zu laufen. Zwei super nette Promenadenmischungen an der Leine und Tüten für Kot - wie ekelig - in der Tasche sind wir dann mit den Hundis losgetiegert. Sehr nett! Sowohl die Hunde als auch die Leute die dort alle auf freiwilliger Basis arbeiten.

Wir haben 40 Hunde und eine hohe Fluctuation. Es sind viele von diesen chinesischen Schosshündchen dabei, aber auch grosse. Meist Fehlkäufe, weil die dann mehr gewachsen sind, als die Besitzer erwartet haben. Da könnte ich immer die Wut kriegen. Man kauft sich doch nicht mal kurz im Vorbeigehen, quasi passend zu den neuen Schuhen einen neuen Hund!

Traurig ist, dass die Regierung von Hong Kong in vielen Häuserabschnitten Knall auf Fall Hunde verboten hat. Da waren dann bis gestern noch Hunde erlaubt und am nächsten Tag machen sich die Bewohner strafbar, wenn sie einen Hund halten. Die sind dann oft total fertig, weil sie sich meist einen Umzug in ein Gebiet wo Hunde erlaubt sind gar nicht leisten können und wollen. Diese sogenannten verbannten Hunde bekommen wir auch. Meist kommen die aus schwachen Züchtungen, haben also Augenprobleme, Hautprobleme etc..

Trotzdem muss ich sagen, dass die Tiere sehr dankbar sind, wenn wir uns um sie kümmern. Es geht denen gut in den Zwingern und sie werden geimpft und sehr gut behandelt. Wir arbeiten in zwei Schichten und jeder Hund wird bis zu 3 Mal am Tag ausgeführt.

Es ist ein riesiger Spass, wenn die Hunde Dich erkennen und sie wissen "Jetzt gehts los!". Freitags machen wir meist Hundeausflüge und gehen dann oft zu dritt los. Neben Victoria und mir ist dann noch Maggy eine Polin dabei. Die ist noch tausendmal hundeverrückter als ich.

In unsrer Anlage sind Tiere nicht erlaubt, sonst hätte ich wahrscheinlich schon einen mitgenommen. Letztens hatten wir kurz einen sehr netten Beagle, der jede Menge Faxen gemacht hat. Den hätte ich wohl auch haben wollen. Jetzt sind Capri (1 Jahr alte Huski-Labrador Mischung) und Flora (2 Jare alte all in one) meine Lieblinge. Beide sehr verschmust und gut erzogen. Ich werde bei nächster Gelegenheit mal ein Foto einstellen.

Wenn Ihr also darüber nachdenkt einen Hund zu kaufen, dann könntet Ihr auch von hier einen bestellen. Die müssen dann erst in Quarntäne, aber wir haben das schon einige Male gemacht. Eine Collyhündin ist letztens nach Thailand gegangen.

Ich bininzwischen 2 Mal in der Woche dort und das ist eine wirklich nette Abwechslung zu derzeitigen "Hausfrauendasein".

Schlüsselübergabe - 26. Juni 2006

Ein schöner Tag, es sind wieder 34°C mit 87% Luftfeuchtigkeit und ich haste durch die teilweise kimatisierten Röhrengänge der Stadt um mir die Hitze auf den Strassen zu ersparen. 16 Uhr ist endlich die Schlüsselübergabe. Mit der MTR von Wan Chai nach Central von Central duch die lange Röhre laufen um dann von Hong Kong Station nach Olympic zu fahren - Ausgang D - durchs Kufhaus - und an den Pförtnern vorbei ab zu unserer Wohnung. Der Makler mit den "fies aus dem Muttermal auf der Wange wachsenden mindestens 6 cm langen Haaren" wartet schon auf mich. Vom stickigen unklimatisierten Flur geht es in dieWohnung. Schön!

Der Ausblick haut mich immer wieder um.



Dann checke ich noch ob alles erledigt wurde, was uns der Vermieter versprochen hatte und muss wie üblich in China feststellen, dass das natürlich nicht der Fall ist. Die Regale im Abstellraum sind schrecklich schief angebracht und viel zu klein. An einer Wand von 2 Metern hat der Vermieter 3 Regale und eine Kleiderstange untereinander angebracht, die jeweils eine Breite von 40 cm haben. Geduldig erkläre ich, dass er bitte den Platz der zur Verfügung steht nutzen soll und beim nächsten Einbau eine Wasserwaage verwenden solle. Ein Gefälle von 15% bei einem Regal läuft hier noch unter ordentlicher Handarbeit.

Nächstes lustiges Detail ist unsere Spülmaschine. Erst war unsere Waschmaschine in der Küche und wir hatten keine Spülmaschine, dann haben wir eine Spülmachine reinverhandelt und die Waschmaschine in den Abstellraum setzen lassen. And dieser Stelle wäre aber wieder handwerkliches Geschick gefragt und das suchen wir hier häufig vergebens.

Problem: Waschmaschine gross, Spülmaschine klein. Wie soll klein Spüli in grossem zu Hause von Waschi untergebracht werden? Da brauch man sich ja nicht lange den Kopf zerbrechen! Stell klein Spüli einfach ab und schliess sie an... fertig! In einem 80x60 cm grossen Loch steht nun eine 40x50 cm grosse Spüli. Keine Beine, keine Abdeckung einfach so.

Nach einigem Verhandeln konnte ich den Makler überzeugen, dass die Spüli höher stehen sollte und eine Klappe vor die Spüli solle damit man nicht sieht, dass sie so Null in die Küche passt.

Ergebnis:

Das ist Spüli in ihrem zu Hause:

Auf die Dauer und die Art der Befestigung möchte ich hier nicht näher eingehen. Der schiefe Spalt (1 cm - 3 cm) durch den man bei geschlossener Tür sehen kann ob es Spüli auch gut geht hat uns nicht so sehr gewundert, wie die Schaumbefestigung, die der Tür die nötige Flexibilität einräumt.

Trotz der handwerklichen Starleistungen ist unsere Wohnung sehr schön. Wir werden uns super schön einrichten und ich freue mich schon wenn endliche der Container angekommen ist, damit wir aus dem Hotel in unsere Wohnung umziehen können.


WM, Zeitverschiebung und Nationalstolz

Plus 6 Stunden bedeutet, dass die WM Spiele teilweise um 3 Uhr nachts unserer Zeit beginnen. Das hält uns aber nicht davon ab zumindest jedes Deutschland-Spiel zu sehen. Wir schauen mit etlichen Kollegen von Chris und deren Partnerinnen jedes Spiel. In Wan Chai haben wir eine Sportsbar "SKITZ" aufgetan, die egal um welche Zeit jedes Spiel auf 4 Grossleinwänden überträgt.

Kurze Gedenkminute bitte an die Wahnsinns-Dance-Performance der Hootersmädels in Shanghai! :o)

Das Bier im Skitz schmeckt und die unmittelbare Nähe zum Rotlichtviertel kann echten Fussballnarren offensichtlich auch nichts anhaben. Jeder war spätestens zum Startschuss in voller Fankleidung auf seinem Platz angenagelt und so sassen meist 20 Ballacks, Balaks, Ballacs allein aus unserer Gruppe dort und fieberten mit unserem Team. Nachdem Deutschland die Vorrunde überstanden hatte, war es schwierig T-Shirts mit der richtigen Namensschreibweise zu finden. Andere Namen standen hier von Anfang an nicht zur Auswahl. Ein weiteres T-Shirt mit der Aufschrift "Der Kaiser" war ebenfalls nicht mehr erhältlich. Aber immerhin mehrten sich die Trikots und Fahnen von Spiel zu Spiel. Immer wieder gern gesehen sind auch Chinesen in Deutschland Trikots! Da China ja was Fussball angeht noch ein Entwicklungsland ist, sympatisieren die Chinesen gern auch mit anderen Teams. Spitzenreiter sind dabei eindeutig Deutschland und Italien. Interessanterweise tragen die Chinesen die Trikots auch Wochen anch der WM noch und unabhängig vom Ausgang der Spiele.

Ein Taxifahrer hat mir ebenfalls erzählt, dass er die Spiele nachts guckt und hofft, dass das deutsche Team ins Finale kommt. Er kannte alle Spielstände und Torschützen... unglaublich!

HK, Tag ein Tag aus - 22. Juni 2006

Wir sind gut in HK angekommen und müssen die ersten 2 Wochen im Hotel verharren bis unser Container ankommt und wir die Schlüssel zu unserer Wohnung erhalten. Chris muss schon direkt wieder arbeiten und so nutze ich die Zeit um mich mit unserer neuen Heimat vertraut zu machen.

Der Tag beginnt mit einem sehr guten Frühstück. Es gibt dunkles Brot und richtigen Aufschnitt. Danach steht der nun tägliche Gang ins Pacific Coffe' an um bei einem weiteren Kaffee die E-mails zu checken und potentielle neue Kontakte zu knüpfen.

Nun müssen einige Dinge erledigt werden. Wir haben ja fast keine Möbel. Wo sind denn Möbelhäuser und wie komme ich dahin? Der Anteil der Englisch sprechenden Bevölkerung ist hier doch um einiges höher als in SHA, daher kommt man mit Fragen weiter.

So erfahre ich recht schnell, dass das grösste Möbelhaus im Stadtteil Ap Lei Chau ist und man von Central aus problemlos mit dem Bus dorthin fahren kann. Los geht es mit der MTR nach Central. Dann ist die grosse Frage... welcher Bus fährt denn jetzt dorthin? Ich finde am Exchange Square einen gelben Container mit einem eingebauten Fensterchen. Also frage ich, die winzige Chinesin die hinter dem Fensterchen hockt und ihren Tee schlürft, welcher Bus nach Ap Lei Chau fährt. Daraufhin wedelt diese heftig mit Ihrem rechten Arm in eine Richtung und wendet sich wieder ihrer mit Tee beschlabberten Zeitung zu. Danke für die Auskunft denke ich mir und gehe mal grob in die Richtung in die ihr Arm gefuchtelt hat. Dort finde ich die ersten paar Buspläne und eine hilfreiche Chinesin. Diese sprach mich von sich aus an und fragte in gutem Englisch ob sie mir helfen könne. Sie hat mich dann fast in den Bus gesetzt und mir genau gesagt wie ich vom Busterminal in Ap Lei Chau zum Möbelhaus komme.

Horizon Plaza heisst das Möbelhaus und ist nach europäischem Verständnis nicht einfach nur ein Möbelhaus sondern ein Möbelhochhaus. Auf 27 Etagen haben sich unterschiedliche Möbelhändler niedergelassen um die unterschiedlichsten Stilrichtungen an Möbeln zu verkaufen. Ich beginne unten und arbeite mich langsam hoch... nach dem ersten Stockwerk muss ich feststellen, dass die Aufzüge unterteilt sind. Zwei fahren jeweils nur in die geraden Stockwerke und einer immer nur in die ungeraden. Ich entscheide mich für das Treppenhaus. Nach einer netten Auszeit beim Möbelgucken kann man prima mal wieder ein Stockwerk laufen. Doch es ist ja nicht immer ein Stockwerk, auch die Nummerierung der Etagen stimmt nicht. Die 4. Etage gibt es nicht. Das Wort für 4 hört sich im Chinesischen sehr ähnlich an wie das Wort für Tod an, daher will dort keiner sein Geschäft haben. Das ist mir aus SHA nicht unbekannt, dass die Zahl 4 nicht gern gesehen wird, aber bislang dachte ich dann immer, dass die wirklich im 4. Stock einfach nichts verkaufen würden. Nun muss ich feststellen, dass es einfach keinen 4. Stock gibt. Das heisst auf die Nummer 3 folgt die Nummer 5 und ich laufe nur ein Treppenhaus. Gleiches Konzept bei den Nummern 7 und 14.

Naja, da mich meine Sportlichkeit verlässt, das Treppenhaus sehr muffig ist und ich natürlich die einzige bin, die sich zum Treppen laufen herablässt entscheide ich mich mit der Schwerkraft von oben nach unten zu laufen. Nach 6 Stunden und etlichen Diskussionen warum ich Möbelstücke die mir nicht gefallen auch nicht kaufe wenn sie günstig sind schleppe ich mich zum Bus zurück und trete "den Heimweg" an.

Umzug von SHA nach HKG - 20. Juni 2006

Alles ist wieder im Container. Begonnen bei den grossen Möbeln bis hin zur letzten Haarnadel wurde unser ganzes Hab und Gut sicher verpackt. Nun schippert unser Container ca. 14 Tage von unserem geliebten zu Hause in Shanghai/Pudong zu unserer neuen Wohnung in Hong Kong/Kowloon.

Es wird Zeit, dass wir Shanghai den Rücken kehren. Hart fällt der Abschied von den dort im Laufe der letzten 1 1/2 Jahre gewonnenen Freunde. Der Trost ist, dass die Entfernung von SHA nach HKG nicht so gross ist, als dass man nicht mal vorbeischauen kann.

Nach einem letzten Abend am Bund und einer Hotelübernachtung bei der man uns das Frühstück verweigert hat, weil wir schon um 6 Uhr abgereist sind, machen wir uns auf die Söck.

Vorm Hotel wartet unser Fahrer Zhang mit dem Santana Silberpfeil. Es ist kaum vorstellbar Ihn in Zukunft nicht mehr jeden Tag zu sehen. Zum Abschied fahren wir noch an unserem Jin Mao und der riesigen Baustelle für das Financial Centre (Flaschenöffner) vorbei. Unsere Anlage passieren wir zum letzten Mal und es ist kaum zu glauben, dass diese traumhafte Zeit nun ein Ende hat.