1/10/2007

Vorweihnachtszeit - 4. Dezember 2006

Hong Kong in der Vorweihnachtszeit ist schon eine Herausforderung für jemanden der den deutschen Vorweihnachtsrummel mag. Es werden zwar in jeder Shopping Mall Weihnachtslieder gespielt und dies jeden Tag von morgens bis abends, auch wird hier sehr umfangreich geschmückt, doch es fehlen die Details!

Beispielsweise erscheint uns hier die Wahl einer Palme als Weihnachtsbaum unpassend, da wir ja die gute alte Nordmanntanne gewöhnt sind. Die Romantik fehlt ein wenig bei diesem Anblick.

Doch man gibt sich hier alle Mühe die Europäischen Weihnachten zu kopieren. Getreu nach der Devise " Ham wa keine Tanne, dann basteln wir uns eine" und diese kombiniert mit dem Drang bei allem immer "Grösser, bunter, kitschiger" zu sein, konnten wir eine riesige "Tanne" hinter unserer Wohnanlage finden. Mit riesig meine ich so ca. 40m hoch!! Ein grüner Kegel aus Kunstrasenmatten, üppig geschmückt mit riesigen Kugeln in gelb, rot und orange - dazu dezente Blinklichter und ein überdimensionaler goldener Engel auf der fast schon nicht mehr sichtbaren "Tannenspitze". FROHE WEIHNACHTEN!!

Trotz dieser klaren Booten wollte bei uns einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Der Wunsch nach Deutschland zu reisen und einen richtigen Weihnachtsmarkt zu besuchen setzte sich nach und nach immer mehr in unseren Köpfen fest.

Wir haben festgestellt, dass zu einer richtigen Vorweihnachtszeit etwas Kälte gehört. Bei 30 Grad ist einem eher nach Eis als nach einem Tee und einer Wolldecke. Curry ist eindeutig kein Weihnachtliches Gewürz, da muss schon Zimt her!

Doch wir sind hier ja nicht die einzigen Deutschen, denen das heimatliche Weihnachten fehlt. So hat meine GSLG (German Speeking Ladies Group) kurzerhand einen Besuch bei dem Schockimeyer organisiert. Dies ist eine kleine Schokoladenfabrik in Hong Kong und diese wurde vor 12 Jahren von einem Schweizer gegründet und seither beliefert er die ganzen Hotels mit seinen kleinen Köstlichkeiten.


So kam es, dass zumindest ich am 30. November noch etwas in Weihnachtsstimmung kam. Früh morgens trafen wir uns mit ca. 20 Frauen und machten uns auf den Weg zu Schokoladenfabrik. Draussen waren es noch immer satte 28 Grad, doch drinnen war alles durch die Klimaanlagen runtergekühlt. Als erstes schlug uns eine wunderbare Duftwolke von feiner Schokolade ins Gesicht, dann wurden wir vom Schockimeyer selbst duch die Fabrik geführt. Das war toll! Wir durften etliche Schokoexemplare probieren und waren im Nu um einige Schokokennnisse erschwert. :o)

So habe ich endlich erfahren, warum in China die Schokolade und sogar die Nutella nicht so gut schmeckt wie in Deutschland. Die kopieren nicht schlecht - wie ich anfangs dachte - sondern sie müssen der Schockolade ein Mittelchen zufügen, welches den Schmelzpunkt von normalerweise um die 26 Grad auf über 30 Grad erhöht. Das hat natürlich den riesigen Vorteil, dass die Schokolade nicht schon in der Verpackung davon läuft aber es hat halt auch den Nachteil, dass sie nicht auf der Zunge zergeht. Schockimeyer nimmt dieses Mittel nicht und sorgt anstelle dessen für eine geschlossene Kühlkette bis zum Endverbraucher - und das schmeckt man!!

Es war wunderbar, danach gab es auch noch die Möglichkeit Schokolade und Pralinen zu kaufen. Davon habe ich dann erstmal Gebrauch gemacht und auf dem Heimweg mangels geschlossener Kühlkette schnell gegessen.

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