8/06/2006

Sai Kung - 5. August 2006

An diesem Wochenende waren Chris und ich wieder in Ausflugslaune. So haben wir uns kurzerhand entschieden nach Sai Kung zu fahren. Mit Minibussen und der MTR dauert der Transport von unserer Wohnung bis zum Fischerdorf Sai Kung ca. eine Stunde.

Sai Kung liegt nord-östlich von uns am Süd-Chinesischen-Meer und ist für seine Nähe zur Grossstadt Hong Kong sehr ländlich und gemütlich. Als wir mit dem Minibus Sai Kung Town erreicht haben wimmelt es schon wieder von Leuten. 99% Chinesen - kaum Langnasen - und alle in Wochenendstimmung. Die Kinder sind wieder bunt angezogen, die Eltern lassen sich zu albernem Verhalten hinreissen, das man in den Businessstadtteilen Hong Kongs nie beobachten könnte und es gibt viel zu Essen. Jede Menge chinesische Snacks, aber auch Softeis - ein Mr. Softie Auto - und einiges an Kimmelzeugs ist hier zu sehen.

Sai Kung ist nach wie vor unverkennbar ein Fischerdorf. Entlang der Hafenmauer drängen sich unzählige Fischerboote von denen aus direkt der letzte Fang verkauft wird. Die unterschiedlichen Fischsorten - es gibt Muscheln, Krabben, Garnelen, Cuttlefish, Octopus, Hummer und vieles mehr - werden lebendig in Tüten gesteckt, dann in einem langen Kescher die Kaimauer hochgereicht. Das entsprechende Geld legt der Käufer dann in den Kescher und ab gehts zum Kochtopf!

Wir haben uns erstmal das emsige Treiben angeschaut und sind dann losgezogen um das beschauliche Dörfchen zu erkunden.

Alles dreht sich um das Meer und den Fischfang, dennoch konnten wir einen alten Chinesen beim Handwerk beobachten. Er hat in mühsamer feinarbeit einen Eimer beschlagen.

Bilder aus Sai Kung:

Am frühen Nachmittag haben wir uns dann entschlossen noch eine Bootstour mit einer Junke zu machen. Wir haben uns für eine Rundfahrt entschieden. Yim Tin Tsai und Kiu Tsui Chau! Fähren gab es für eine individuelle Tour natürlich nicht, so haben wir an der Kaimauer, wo auch die Fische verkauft wurden mal geschaut ob dort Bötchen mit Kapitän angeboten wurden. Wie immer gibt es in China nix wat et nich gibt und die mittsiebziger Damen mit Strohhüten waren wohl für einen solchen Service zuständig. Eine der ältesten Omis gefiel uns am besten. Sie war nicht so aufdringlich aber dafür um so runzeliger. Preislich waren alle ok und somit gaben wir Ihr dann den Auftrag. Sie deutete uns an die Kaimauerstufen runterzugehen und dort würde dann die Junke ankommen. Die ganze Zeit hielten wir ausschau nach einem Boot mit dem sie irgendwie in Verbindung stand, dem sie quasi ein Zeichen gab, dass es uns abholen sollte aber nix. Doch dann haben wir mal kräftig gestaunt. Die locker 70 jährige Omi klettert in Sandälchen die Leiter - nicht die Treppe wie wir - an der Kaimauer runter und klemmt sich behende hinters Steuer der Junke. Der Motor ist an und sie steuert auf uns zu indem sie absichtlich oder auch nicht der ein oder anderen Junke die Vorfahrt nimmt.

Während der Tour gab es eigentlich nur verlassene Inselchen zu sehen und etliche Asiaten, die sich im Wasserskifahren versuchten. Yim Tin Tsai ist ein ausgestorbenes sehr grünes Städtchen und wird heute von Brautpaaren für Hochzeitsfotos genutzt. Leider gibt es auf dieser Insel wieder diese Riesenspinnen. Handtellergrosse Körper haben die Spinnen und sie sind giftgrün. Lange Zeit habe ich es in Gegenwart der Riesenspinnen aber nicht ausgehalten - weiss nicht ob die springen können - daher gibt es evtl. später wenn ich abgehärtet bin ein Bild von einer solchen Riesenspinne.

Unser Kapitän hat vor der Insel mit der Junke auf uns gewartet und konnte es nicht lassen, während wir weg waren mal kurz in unsere Tüte mit Utensilien fürs Aquarium zu gucken. Is ja immer wieder interessant, was Langnasen so mit sich rumschleppen.

Kurz vorm Hafen nahm dann die Omi während sie die Junke steuerte auch noch ein Handy ans Ohr um kurz anzukündigen, dass sie gleich wieder da sei. Unglaublich!

Nachdem wir nun den ganzen Tag schon Fisch gerochen und gesehen hatten, wollten wir ihn nun auch schmecken - und so funktioniert das hier:

  1. lebendig aussuchen
  2. dann die geniale Speisekarte mit einem Ablaufdiagramm welches zeigt, was alles aus dem guten Tier werden kann zur Hand
  3. Zubereitungsart wählen
  4. schlemmen.

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